Diabetes mellitus

Was ist Diabete mellitus?

Heißt übersetzt „honigsüßer Durchfluss“.
Es handelt sich um zu viel Zucker im Blut, der dann mit dem Urin ausgeschieden wird.

Was passiert bei der chron. Erkrankung des Stoffwechsels?

Nach der Nahrungsaufspaltung gelangt der Kohlenhydratbaustein „Glucose“ ins Blut. Die Bauchspeicheldrüse schüttet das Hormon „Insulin“ aus. Ein Teil davon geht sofort in die Leber, ein anderer verteilt sich über das Blut auf Muskeln und Fettzellen. Hier dockt das Insulin an speziellen Rezeptoren an und schließt hier die Zellmembran auf. Somit gelangt die Glucose ins Zellinnere. Hier wird sie als Nährstoff und Energielieferant benötigt, es sinkt gleichzeitig der Glucosegehalt des Blutes.
Das Insulin senkt auch noch auf andere Weise den Blutzuckerspiegel, so aktiviert es beispielsweise in Leber und Muskelzellen spezielle Enzyme. Diese Eiweißmoleküle beschleunigen als Katalysator die Verbrennung von Glucose sowie deren Verarbeitung in Glykogen. Dieses ist die Speicherform für Traubenzucker bei weniger Energie.
Insulin aktiviert Enzyme in den Fettzellen und ist somit an der Umwandlung von Glucose in Fett beteiligt. Insulin hemmt aber auch die Produktion seines Gegenspielers „Glukagon“, dieses Hormon lässt den Blutzucker ansteigen, indem es für den Abbau des Glykogenspeichers sorgt.

Es gibt zwei Diabetes Typen

Typ 1.
Diabetes beginn in der Kindheit bzw. in jüngeren Jahren (bis 40). Anfangs kann die Bauchspeicheldrüse noch ein wenig, später dann gar kein Insulin mehr produzieren. Man geht hierbei von einer Autoimmunerkrankung aus, bei der körpereigene Abwehrstoffe die Insulin bildenden Zellen zerstören. Es kann durch genetische Prozesse sowie durch Virusinfekte ausgelöst werden

Typ 2.Diabetes tritt etwa ab dem 40. Lebensjahr auf und ist die häufigste Erkrankung. Hier haben die Körperzellen eine Unempfindlichkeit (Resistenz) gegen das Insulin entwickelt. Die Bauchspeicheldrüse versucht über Jahre mit Mehrproduktion auszugleichen, dabei erschöpft dies nach einer gewissen Zeit. Die wesentlichen Faktoren für die Entstehung eines Typ 2 Diabetes sind neben Veranlagung, Übergewicht, eine falsche Ernährung (zu viel, zu fett, zu süß) und mangelnde Bewegung.


Häufig unterschätzte Folgen ...

Diab. mell. ist chronisch, das heißt, die Blutzuckerwerte sind jahrelang erhöht, besonders wenn die Erkrankung nicht frühzeitig erkannt oder schlecht eingestellt wird. Der hohe Blutzucker verändert die Blutfette, wodurch sich diese häufiger, schneller und stärker an den Gefäßwänden ablagern. Es kommt zu einer Makroangiopathie, diese ist zu vergleichen mit der Arteriosklerose in den Blutgefäßen. Es kommt hier zu dem Risiko für Durchblutungsstörungen.

Folgen:

Koronare Herzkrankheit bis hin zum Herzinfarkt.
Gefahr der Sklerose der Hirngefäße bis hin zum Schlaganfall.
Periphere arterielle Durchblutungsstörungen der Beine > pAVK < Schaufensterkrankheit.
Der Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den Zellen ist gestört > hier sind dann auch die Augen und Nieren betroffen.

Diabetes geht an die Nerven!

Ebenso gehen Nervenschäden auch auf das Konto eines zu hohen Blutzuckers. Nach 10 bis 15 Jahren entwickelt rund jeder dritte Patient eine diab. Polyneuropathie.
Betroffen sind einerseits die peripheren Nerven, zu denen die größtenteils dem Willen unterliegenden sensorischen und motorischen Nerven zählen (Periphere Polyneuropathie).
Andererseits ist auch das autonome, also das unwillkürliche Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen (Autonome Polyneuropathie).
Die Ursache der Nervenschädigung, die sich schleichend und über lange Zeit hinweg unbemerkt entwickelt, ist eine Folge des erhöhten Blutzuckers. Die Nervenschäden können sich beispielsweise in Funktionsstörungen des Herzens, des Darmes oder der Harnblase zeigen.

Haut ist doppelt betroffen!

Durch die autonome Nervenschädigung nimmt die Sekretion der Schweißdrüsen ab. Mit der Folge, dass die Haut trocken, spröde und rissig wird und ihren schützenden Hydrolipidfilm verliert.
Durch die sensomotorische Störung lässt die Sensibilität nach. So werden Reize aller Art, wie z. B. Druck, Reibung, Hitze und Kälte oder auch Schmerz zunehmend weniger intensiv wahrgenommen. Das kann im Laufe der Erkrankung bis hin zur völligen Empfindungslosigkeit gehen.
Das fehlende Warnsignal Schmerz begünstigt die Entstehung von Hautveränderungen beziehungsweise Hautverletzungen wie Druckstellen, Blasen oder Rissen, besonders dort, wo die Haut stark belastet und trocken ist: an den Füßen.

Diabetisches Fußsyndrom!

Unter dieser Bezeichnung sind sämtliche Erkrankungen des Fußes eines Diabetikers zusammengefasst. Hierzu zählt die „banale“ Fußpilzinfektion ebenso wie der massive Gewebezerfall, die Nekrose. Als Ursache für ein DFS gelten neben einer Infektion die autonome und die periphere Polyneuropathie sowie die pAVK.

Was braucht die Haut?

Gesunde, gut durchblutete Haut zeichnet sich durch einen ausreichenden Fett- und Feuchtigkeitsgehalt aus. Sie ist dadurch glatt, elastisch und widerstandsfähig. Anders sieht es meist bei der Haut eines Diabetes Patienten aus, besonders an den Füßen.
Durch die Neuropathie bedingte verminderte Schweißproduktion verliert die Haut an Feuchtigkeit. Außerdem nimmt die Verdunstungskühle auf der Haut ab. Was zu einer Überwärmung führt. Hierzu kommt, dass auch der Säureschutzmantel leidet.
Verursacht wird die trockene Haut des Diabetikers zusätzlich durch die reduzierte Talgdrüsenaktivität sowie ein vermindertes Wasserbindungsvermögen. Es handelt sich also um eine „trockene-fettarme“ Haut mit den typischen Symptomen, wie Rauigkeit, Juckreiz, Callositas und Schwielen.

Tipps und Infos für den Alltag

Füße pflegen, aber richtig:

Füße täglich mindestens einmal waschen. Dabei einen weichen Lappen sowie milde Waschlotionen verwenden. Das Wasser sollte zwischen 30 bis 35 Grad haben. Das Fußbad sollte nicht länger als 3 Min. betragen. Die Füße sollten danach mit einem weichen Handtuch gründlich abgetrocknet werden, es kann sonst im feuchten Areal ein Fußpilz entstehen.

Da selbst bei kleinsten Verletzungen die Gefahr einer Infektion besteht, ist die tägliche Inspektion der Füße wichtig.

Zu achten ist auf Folgendes:

Ist die Haut spröde, trocken und rissig?
Zeigen sich Rötungen, Druckstellen und Hornhaut?
Wächst ein Zehennagel ein?
Besteht an irgendeiner Stelle eine Verletzung?

Die Füße sollten geschmeidig gehalten werden, es sollte jedoch keine fetthaltigen Pflegeprodukte zur Anwendung kommen (immer mit Harnstoff Produkte benutzen).

Es sollten keine scharfen Instrumente zur Anwendung kommen.

Die Entfernung von Hühneraugen, Hornhaut und Schwielen birgt eine Verletzungsgefahr. Deshalb immer von einem Fachmann behandeln lassen. Grundsätzlich, die Pflege der Füße und Nägel sollten Diabetiker regelmäßig in professionelle Hände geben von Podologen.

„Achtung bei der Fußbekleidung“

Um Druckstellen, Reibung und Verletzungen zu vermeiden, stets weiche Schuhe tragen, die weder zu eng, zu weit, zu klein oder zu groß sind.

Schuhe niemals barfuß anziehen und mehrmals am Tag wechseln. Vor dem Anziehen immer auf Fremdkörper untersuchen.

Den Schuhkauf immer auf den Nachmittag legen, da die Füße dann leicht angeschwollen sind. Neue Schuhe nur stundenweise tragen.

Nur hautverträgliche nahtlose Woll- oder Baumwollsocken tragen und täglich wechseln. Außerdem sollten sie keinen starken Gummizug haben.

Und auch das ist wichtig ...

Wärmflasche und Heizdecken sind tabu, da hier die Gefahr der Verbrennung besteht.

Niemals barfuß oder in Strümpfen laufen, die Gefahr einer Pilzinfektion ist zu hoch. Im Sommer besteht zusätzlich die Gefahr, sich auf heißem Boden die Fußsohle zu verbrennen sowie das Risiko eines Sonnenbrandes.

Grundsätzlich ist die richtige Einstellung der Blutzuckerwerte wichtig. Das bedeutet eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers.

Wichtig:

Diabetes gerechte Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivitäten sowie ein normales Körpergewicht.

Füße alle drei Monate durch einen Diabetologen kontrollieren lassen.

Bei allen Verletzungen, Blasen oder Veränderungen
„umgehend einen Arzt aufsuchen“.

Sollten Sie noch Fragen haben, dann wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder an uns.

Wir wünschen Ihnen weiterhin ein gutes Laufen und achten Sie auf Ihre Füße.


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 22.02.2009